Archiv für Juni 2014

Vortrag und Diskussion

„Alte männlich kodierte Werte und Homophobie im Fußball und seinen Fanszenen“

Hitzlsperger hatte sein Coming Out, der DFB hat eine umfassende Broschüre zur Förderung von Coming Outs vorgelegt, LGBT-Fanclubzahlen steigen, auch mehrere Ultragruppen äußern sich mehrfach unterstütztend.
Bröckelt das Fußball-Tabu Homosexualität oder erleben wir nur eine Modernisierung von heterosexueller Maskulinität?

Dembowski zeichnet zunächst nach, wie Fans, Betroffenengruppen, NGO`s und einzelne Akteure in Vereinen und Verbänden sich gegen Homophobie stark machten. Es wird eingeordnet, wie Homophobie als extreme Technik “hegemonialer Männlichkeit” im Fußball funktioniert. Heterosexismus und Homophobie sind einige extreme Ausformungen, wenn es um eine aggressive Formation von „Wir“ und „Die Anderen geht“. Dahinter stehen althergebrachte Muster von Männlichkeit, Überlegenheitsdenken und autoritärem Denken. Während sich das „Wir“ und „Die Anderen“ im Fußball nicht auflösen lässt, kommt es darauf an, Fußball als Freiraum für Jugendkulturen u.a. sozial inklusiv zu füllen. Wie das gehen kann, könnte gemeinsam diskutiert werden.

Gerd Dembowski (*1972), lebt in Berlin und Hannover, ist Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS) am Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover. In diesem Rahmen arbeitet er konfliktschlichtend mit Borussia Dortmund, Werder Bremen, 1. FC Köln und Hannover 96. Er ist Mitglied der AG Vielfalt und der AG Fanstudie beim DFB.

Donnerstag, 5. Juni 2014 um 19 Uhr
Ort: W23. Wipplingerstrasse 23 / 1010 Wien (absolut nicht barrierefrei)

(Geographisch-philosophisch gesehen stehen euch dabei zwei Möglichkeiten zur „Anreise“ zu Auswahl: Entweder von der Wipplingerstrasse die Stufen in den Halbstock runter oder vom „Tiefen Graben“ bei der Brücke die Stufen rauf)